CHINA VISUM

K-Visum für China – das neue Visum für junge MINT-Fachkräfte

Seit dem 1. Oktober 2025 hat China eine neue Visakategorie: das K-Visum für junge Fachkräfte aus Wissenschaft und Technik. Wer berechtigt ist, warum keine Einladung aus China nötig ist, was gegenüber Z- und M-Visum einfacher wird – und welche Details Mitte 2026 noch offen sind.

Junge MINT-Fachkräfte – das neue K-Visum für China
Seit dem 1. Oktober 2025 richtet sich Chinas neue Visakategorie K gezielt an junge Fachkräfte und Nachwuchsforschende aus den MINT-Fächern.

Zum 1. Oktober 2025 hat China seine Visa-Systematik erstmals seit der großen Reform von 2013 um eine neue Kategorie erweitert: Das K-Visum richtet sich an junge Fachkräfte aus Wissenschaft und Technik. Grundlage ist eine im August 2025 von Ministerpräsident Li Qiang unterzeichnete Änderung der Durchführungsverordnung zum chinesischen Ein- und Ausreiserecht. Neben den zwölf bekannten Kategorien (L, M, Z, X, F, Q, S, C, J, G, D, R) gibt es damit eine dreizehnte – und sie funktioniert in einem entscheidenden Punkt anders als alle anderen.

Wer ist berechtigt?

Die offizielle Ankündigung nennt zwei Wege zur Berechtigung:

  • Abschluss: Bachelor oder höher in einem MINT-Fach (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) an einer anerkannten Universität oder Forschungseinrichtung im In- oder Ausland, oder
  • Tätigkeit: eine einschlägige Lehr- oder Forschungstätigkeit an einer entsprechenden Einrichtung.

Was genau „jung“ bedeutet, definiert die Verordnung nicht selbst: Die konkreten Anforderungen an Alter, Bildungsabschluss und Berufserfahrung legen die zuständigen chinesischen Behörden fest; Antragsteller:innen müssen entsprechende Nachweise vorlegen. Eine feste, einheitlich veröffentlichte Altersgrenze gab es bis Redaktionsschluss nicht – die Kategorie zielt erkennbar auf Studierende kurz vor dem Abschluss, Absolvent:innen und Nachwuchsforschende, nicht auf Führungskräfte mit langer Berufslaufbahn.

Was macht das K-Visum besonders?

  • Keine Einladung nötig: Anders als beim M-, F- oder Z-Visum ist kein chinesischer Arbeitgeber und keine einladende Organisation erforderlich – im chinesischen Visa-System ein Novum. Sie weisen stattdessen Ihre eigene Qualifikation nach.
  • Großzügigere Konditionen: Laut Staatsrat bietet das K-Visum „mehr Komfort bei der Zahl der erlaubten Einreisen, der Gültigkeitsdauer und der Aufenthaltsdauer“ als die zwölf bestehenden Kategorien. Konkrete Werte (etwa Jahre der Gültigkeit) wurden bislang nicht einheitlich veröffentlicht.
  • Gestrafftes Verfahren: Das Antragsverfahren soll laut Ankündigung vereinfacht ablaufen – insbesondere entfällt der beim Z-Arbeitsvisum vorgeschaltete Arbeitserlaubnis-Prozess.

Was dürfen K-Visum-Inhaber:innen in China tun?

Die offizielle Ankündigung nennt Austausch in Bildung, Kultur sowie Wissenschaft und Technik – und ausdrücklich auch unternehmerische und geschäftliche Aktivitäten. Das K-Visum eignet sich damit für Forschungskooperationen, Konferenzen und längere Institutsaufenthalte ebenso wie für Gründer:innen, die den chinesischen Markt sondieren.

K-Visum oder visumfreie Einreise?

Für Aufenthalte bis 30 Tage brauchen deutsche, österreichische und schweizerische Staatsangehörige bis zum 31. Dezember 2026 ohnehin kein Visum – auch für wissenschaftlichen Austausch und Konferenzbesuche. Interessant wird das K-Visum, wenn Sie länger als 30 Tage bleiben, regelmäßig nach China reisen oder Ihren Aufenthalt unabhängig vom Fortbestand der Visumfreiheit planen wollen.

So läuft der Antrag aus Deutschland, Österreich und der Schweiz

Beantragt wird das K-Visum wie alle chinesischen Visa bei der für Ihren Wohnort zuständigen chinesischen Auslandsvertretung, in der Praxis über die Visa Application Service Center (CVASC). Zusätzlich zu den üblichen Antragsunterlagen weisen Sie Ihre Qualifikation nach – etwa durch das Abschlusszeugnis einer anerkannten Hochschule oder eine Bestätigung Ihrer Forschungseinrichtung. Gut zu wissen: Für Visa mit einer Aufenthaltsdauer bis 180 Tage ist die Abgabe von Fingerabdrücken bis Ende 2026 ausgesetzt.

Noch offen sind (Stand: Juli 2026) unter anderem die vollständige Unterlagenliste, die Gebühren, eine offizielle Altersgrenze und die Frage des Familiennachzugs. Erkundigen Sie sich vor der Terminbuchung beim zuständigen CVASC nach dem aktuellen Stand – wir aktualisieren diesen Artikel, sobald die Vertretungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz detaillierte Leitfäden veröffentlichen.

Häufige Fragen

Was ist das K-Visum für China?
Das K-Visum ist Chinas neue, seit dem 1. Oktober 2025 gültige Visakategorie für junge Fachkräfte aus Wissenschaft und Technik. Es wurde per Staatsratsverordnung als 13. gewöhnliche Visakategorie eingeführt und soll internationalen MINT-Talenten Austausch, Gründung und Geschäftstätigkeit in China erleichtern.
Brauche ich für das K-Visum eine Einladung aus China?
Nein. Das ist die wichtigste Neuerung: Anders als bei den meisten anderen chinesischen Visa ist keine Einladung einer chinesischen Organisation und kein Arbeitgeber erforderlich. Sie weisen stattdessen Ihre eigene Qualifikation nach – MINT-Abschluss (Bachelor oder höher) oder eine einschlägige Lehr- bzw. Forschungstätigkeit.
Darf ich mit dem K-Visum in China arbeiten?
Nur eingeschränkt. Offiziell erlaubt sind Austausch in Bildung, Kultur, Wissenschaft und Technik sowie unternehmerische und geschäftliche Aktivitäten. Eine reguläre Anstellung mit chinesischem Arbeitsvertrag erfordert nach aktuellem Stand weiterhin das Z-Arbeitsvisum samt Arbeitserlaubnis.
Wie lange ist das K-Visum gültig und wie oft darf ich einreisen?
Der Staatsrat verspricht ausdrücklich mehr erlaubte Einreisen, längere Gültigkeit und längere Aufenthaltsdauer als bei den bestehenden Kategorien. Konkrete, einheitlich veröffentlichte Werte gab es bis Juli 2026 noch nicht – maßgeblich ist die Auskunft der zuständigen Auslandsvertretung bzw. des CVASC.
Wo beantrage ich das K-Visum in Deutschland, Österreich oder der Schweiz?
Wie alle chinesischen Visa bei der für Ihren Wohnort zuständigen chinesischen Botschaft bzw. dem Generalkonsulat – in der Praxis über die CVASC-Servicezentren (in Deutschland: Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf und München; außerdem Wien, Bern und Zürich).
Lohnt sich das K-Visum, wenn ich nur zu einer Konferenz nach China reise?
Meist nicht. Bis zum 31. Dezember 2026 reisen Deutsche, Österreicher:innen und Schweizer:innen für Aufenthalte bis 30 Tage – einschließlich Konferenzen und wissenschaftlichem Austausch – visumfrei. Das K-Visum lohnt sich für längere oder regelmäßig wiederkehrende Aufenthalte.

Veröffentlicht am · Von chinavisum.eu Redaktion

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